ÜBER MICH

> Lebenslauf

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Ich durchlebte eine glückliche Kindheit in der Bergbaustadt Eisenerz (Österreich) – bei meinen Großeltern, weil meine Eltern sich ein halbes Jahr nach meiner Geburt scheiden ließen. Das Milieu dieser während meiner Kindheit im Niedergang befindlichen Arbeiterstadt prägte früh mein Denken: Geld war Mangelware und Beziehungsnetzwerke waren nicht vorhanden. Dafür ein ausgeprägtes Arbeitsethos, verbunden mit dem Bewusstsein, dass das Leben hart sein könne und man sein Schicksal daher selbst in die Hand nehmen müsse. Diese Einflüsse dominierten bereits meine Kindheit und frühe Jugend.

Da es im Ort keine Ausbildungsmöglichkeit gab, die mit Matura abschloß (das österreichische “Abitur”), ermöglichte man mir im Alter von elf Jahren die Übersiedlung in die rund 700 Kilometer entfernte Landeshauptstadt Bregenz (Österreich), was ich mir als Alternative zum nähergelegenen Stift Admont selbst ausgesucht hatte. Meine Jahre dort waren geprägt von einer Internatserziehung im katholischen Bubengymnasium Mehrerau, die ich als hart, aber von Werten getragen und positiv erlebte. Leistungssport sowie gesellschaftliches und soziales Engagement begleiteten dann auch meine beiden Studien (Rechtswissenschaften mit Abschluss als Dr. und Betriebswirtschaft mit Abschluss als Mag.). Bereits kurz nach Abschluss der Schule heiratete ich meine Frau Angela, die damals wie ich in einer weiteren österreichischen Landeshauptstadt, Innsbruck, lebte und studierte. Auch dank ihr, die schon während des Studiums nebenberuflich arbeitete, konnte ich mich einer derart breiten Ausbildung widmen. Ohne nennenswerte Unterstützung durch unsere beiden Elternhäuser waren nämlich meine Frau und ich als junges Ehepaar ökonomisch auf uns allein gestellt.

Spannend und wichtig war für mich die parallel zu meinen Studien absolvierte Ausbildung zum Organisationsprogrammierer. Damals veränderte das Aufkommen der Personal Computer („PCs“) sowohl Arbeits- als auch Lebensbedingungen nachhaltig. Mit der Absolvierung eines sozialarbeitlich ausgerichteten Zivildiensts sowie eines für Juristen damals üblichen „Gerichtsjahrs“, während dem ich Erfahrungen in der öffentlichen Verwaltung sammelte, mündete meine Jobsuche schließlich in einer langjährigen, aber unkonventionellen Bankerlaufbahn. Es herrschte damals Aufbruchsstimmung in einer Bank, die Anfang der 1990er Jahre nach einer schwierigen Phase die Transformation von einer öffentlichen Anstalt zu einer in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Deutschland und Norditalien dynamisch wachsenden Universalbank vollzog. Schnell wurde mein Tätigkeitsbereich im Firmenkundengeschäft erweitert, wachstumsorientiertes Management und kreative Problemlösungen ermöglichten mir in einem für eine Bank atypisch dynamischen Umfeld die Beschreitung eines fachlich und führungsmäßig breit angelegten Karrierepfads. Noch aus dieser Position heraus trieb ich die Gründung und den Aufbau des Venture-Capital- und Private-Equity-Geschäfts voran, anfangs noch für das Bankhaus, doch bald unter eigener Flagge.

Nebenberufliche Aktivitäten, insbesondere die Gründung eines Software-Start-Up mit einem engen persönlichen Freund, zeigten mir bald, dass ein selbständiges Agieren im Do-it-yourself-Stil und ohne „Apparat“ anderen Gesetzmäßigkeiten folgt, als sie in der Welt der Corporates gelten. Zugleich zeigte mir dieses Software-Start-Up, wie schnell technologische Veränderungen einem entstehenden Unternehmen die Geschäftsgrundlage entziehen können. Und es erwies sich, dass insbesondere in Technologiebranchen eine möglichst kurze „Time-to-Market“ unverzichtbar ist und ein Vollzeit-Engagement erfordert. Mehrjährige Nacht- und Wochenendarbeit war am Ende in den Sand gesetzt, aber wenigstens kein Geld verloren. Meine Liebe zum Unternehmertum war nichtsdestotrotz entfacht. Noch während der Hochblüte der „New Economy“ gegen Ende der 1990er Jahre borgte ich mir daher ein Startkapital von EUR 1 Mio. aus und startete unter vollem finanziellem Risiko als minderheitsbeteiligter Investor durch. Ein Scheitern konnte ich mir nicht leisten, auch nicht beim Platzen der „New Economy“ zu Beginn des 21. Jahrhunderts. So habe ich einerseits als Banker im Firmenkundengeschäft der Bank breite berufliche Erfahrungen in der „Old Economy“ gesammelt, andererseits aber auch persönlich unternehmerische Schritte in der „New Economy“ gewagt.

Meine nächste wichtige Erfahrung war das Eintauchen in die Welt der Familienunternehmen. Eine mehrjährige aktive Vorstandstätigkeit in einer – zwar börsennotierten, aber von einer ausgeprägten Unternehmerpersönlichkeit mit einem in dieser Intensität selten anzutreffendem politischen und wirtschaftlichen Beziehungsnetz geprägten – Handels- und Industriegruppe eröffnete mir eine neue Facette des Wirtschaftslebens. Mein Eintritt als operativ tätiger Vorstand erfolgte als Eigentümervertreter eines Finanzinvestors inmitten einer Restrukturierungssituation und endete Jahre später während einer ungestümen, aber erfolgreichen Wachstumsphase. Das Unternehmen wurde und wird noch heute deutlich familienorientiert geführt, was die gesamte Unternehmenskultur prägt. Es ist auch ein Lehrbeispiel dafür, wie individuell, personenbezogen und auch von außerökonomischen Motiven geleitet sich unternehmerische Schicksale und familiäre Nachfolgelösungen darstellen können.

Die teils federführend, teils assistierend erlebte Teilnahme an über hundert Unternehmenstransaktionen – Unternehmenskäufe und -verkäufe, Managementbeteiligungen, Fusionen, Spin-Offs, Carve-Outs sowie die gesamte Palette sonstiger M&A-Transaktionen – ermöglichten mir die Entwicklung eines breiten Erfahrungsschatzes. Vom Ergebnis her sind in diesem Fundus sensationelle Erfolge ebenso vertreten wie das Scheitern stolzer Unternehmen.

Die persönlich gestaltete und aktiv erlebte Entwicklung von Unternehmen in ganz unterschiedlichen Branchen, Entwicklungsphasen und Geographien bestimmten während vieler Jahre meinen Alltag als Manager und Unternehmer. Naturgemäß agiere ich im Interesse der Investoren in mein Private-Equity-Unternehmen Alpine Equity®, zu denen ich auch selbst gehöre. Damit verbunden ist sowohl der Aufbau eines umfangreichen Know-How als auch eines vielschichtigen persönlichen und institutionellen Netzwerks. Diese Ressourcen bietet Alpine Value Management® auch als Beratungsdienstleistung an. Alpine Accounting & Advisory unterstützt uns und unsere Klienten dabei als Kompetenzträgerin für das interne und externe Rechnungswesen sowie in der Implementierung von Unternehmenswert-orientierten Führungsinstrumenten.

Wichtig für die Entscheidungsfindung ist mir, immer auch ein gutes Bauchgefühl zu haben. Die Realität erscheint mir als zu komplex, um sie allein analytisch erschließen zu können. Ein faires Verhalten gegenüber Geschäftspartnern ist mir nicht nur wichtig, weil man sich im Leben zumeist mehr als einmal und das dann auch noch in den verschiedensten Rollen und Funktionen begegnet, sondern weil Ethik und Handschlagqualität für mich zum Geschäftsleben gehören. Unprätentiöses, pragmatisches Agieren, partnerschaftliche Begegnungen mit anderen Menschen, Toleranz und Offenheit für die Interessenslagen Dritter, aber auch Konsequenz und Stringenz bei der Zielerreichung bestimmen mein Denken.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen auf meiner Internetpräsenz und freue mich auf eine persönliche Interaktion mit Ihnen!

 

 

 

Mag. Dr. Harald Pöttinger